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Dienstag, 18. Oktober 2016

166 | Mátala


3. Tag

Im Autoradio kretische Dudelmusik schlängeln wir uns an Terrakotta-Bergen vorbei Mátala entgegen. An den Hängen verkohlte Bäume und Sträucher von einem großflächigen Brand im August. Siebenundzwanzig Feuerwehren waren deswegen ausgerückt, Badegäste mussten mit Booten evakuiert werden. Personen oder Häuser kamen aber nicht zu Schaden.
Vor Mátala ein Friedhof. „Traumfabrik“ steht auf einem Schild. So so. Darunter ein Pfeil, der Richtung Eingang zeigt.
Wir folgen ihm und sehen uns ein wenig auf dem Friedhof um. Fast alle Betoneinfassungen für die Särge sind mit weißem Marmor verziert. Dabei beträgt die Liegezeit hier oft nicht mehr als fünf Jahre. Die Bilder der Toten zeigen alte Männer mit Schnurrbärten, gesetzte Frauen mit Kopftuch, aber auch junge Gesichter. Neben den gerahmten Fotos stehen in kleinen glasgeschützten Nischen Öllämpchen und Ölflaschen zum Nachfüllen.
Auf zwei Marmorsarkophagen die dunklen Namensschriftzüge deutscher Frauen. Aussteigerinnen vielleicht wie Susanne aus Agia Galini. Die eine starb noch in diesem Jahr, nachdem sie das Rentenalter gerade so erreicht hatte.
In Mátala parken wir auf dem Zeltplatz, wo ich vierundzwanzig Jahre zuvor ein paar lustige Tage verbracht hatte. Er befindet sich gleich hinter dem Strand.
Viel ist hier jetzt nicht mehr los. Statt Camper und Zikaden nur Staub und Leere unter den kleinen Bäumchen. Und die berühmten Felsenhöhlen nebenan, in die sich in den Sechzigern und Siebzigern Hippies eingenistet hatten, um ihren Traum von Freiheit zu leben, sind umzäunt und nur gegen 2,-€ Eintritt zu besichtigen.
„The times they are a-changin´“, sang Bob Dylan, der auch hier war - die Zeiten ändern sich. Genau wie er: Aus jung wird alt, aus Folk Folklore und aus Protestsongs Schweigen über den ihm zugedachten Nobelpreis.
Mátala ist ebenfalls alt geworden. Genau wie seine Besucher. Nur das Meer bleibt wohl ewig jung. Und das „Blowin´ in the wind“ der Fragen.
Unter den Bars steht in Großbuchstaben TODAY IS LIFE - TOMORROW NEVER COMES an der Strandmauer. Mit aufgemalten Blumen. Wohl um Touristen auf der vergeblichen Suche nach ihrer Jugend wieder aufzubauen.
Doch ich weiß nicht so recht, was ich von den zurückgekehrten Althippies halten soll, die zwischen den Bars selbstvergessen lesen, Flöte spielen und Lederzeug verkaufen. Sie strahlen gleichermaßen Würde und Lächerlichkeit aus, Tragik und Komik.
„Komm!“, sagt meine Freundin, weil es Zeit wird, in einer der Tavernen mit Piraten-Style und Meeresblick etwas Kaltes zu trinken. Auf der Karte eine polynesische Transe mit Joint, aus den Lautsprechern Reggae-Musik von Marley.
Die Bedienung ist entspannt. „Relaxt“, sagt der hinter mir sitzende Herr und spricht von „Marihuana-Kondomen“ auf der Toilette. Keine Ahnung, was er damit meint.
Ich genieße Cola auf Eis und überblicke die beengende Bucht von Mátala, wo der Ausverkauf verblasster Träume stattfindet. Und ich habe das dringende Bedürfnis, wieder wegzufahren. Dabei muss es hier tatsächlich einmal paradiesisch gewesen sein, in dem ewigen Sommer vor meiner Zeit. Polynesien, bevor die Europäer kamen und alles verdarben. Meiner Freundin ist Mátala auch zu abgeranzt. Also trinken wir aus und gehen zum Auto zurück.
Der Strand von Komos liegt nur ein paar Fahrminuten weiter weg und ist nicht so überlaufen. Beim Tauchen im flach abfallenden Wasser entdecke ich grilltaugliche Brandbrassen und einen winzigen Rochen, der links und rechts von zwei kleinen Seezungen bedrängt wird. Rein freundschaftlich, wie mir scheint. Love, Peace and Happiness statt fressen und gefressen werden. Und wer weiß, vielleicht haben die drei Plattfische da unten auch was am Laufen.
Zurück in Agia Galini lassen wir den Tag wieder auf dem Balkon ausklingen. Mit Haselnüssen, Oliven und Bier. Wir beobachten die heimkehrenden Fischerboote auf dem wie Teer glänzenden Meer und den aufsteigenden Mond. Er ist immer noch voll, obwohl der Erdschatten ihm bereits eine Delle verpasst hat. Aber so, denke ich, ist er mir wahrscheinlich am liebsten.

Montag, 17. Oktober 2016

165 | Wieder Kreta


Das erste Mal war ich Anfang der Neunziger auf Kreta. Mit zwei Freunden und DDR-Zelten auf einem Camping-Platz bei Mátala. Uns hatten das Abenteuer und Mátalas Hippie-Mythos gelockt. Wir kochten Spaghetti in einer einsamen Bucht, die nur über einen steilen Abstieg zu erreichen war, warfen Klippen-Muscheln in die Soße und philosophierten bei Amstel-Bier über das Leben. Über das vergangene und das kommende. Oder wir feierten die Gegenwart und gingen in eine Bar mit Live-Musik, um Spaß zu haben.
Das zweite Mal Kreta war letzten Sommer. Ich schrieb darüber. Mit meinen Söhnen war ich im Norden, in einem „Hotel mit Pool am Meer“. So hatten sie es sich gewünscht. Mein Fazit: Nie wieder Kreta im Hochsommer. Obwohl wir den Poolbereich kaum verlassen hatten, bekamen die Burschen einen Sonnenstich mit Erbrechen und Halluzinationen.
Dieses Mal scheine ich alles richtig gemacht zu haben: Ich bin mit meiner Freundin im Herbst hier, in einer kleinen, charmant einfach gehaltenen Pension. Ein Zimmerchen ohne Fernseher, dafür mit Balkon und Meerblick. Zeit zum Baden, Spazieren, Lesen und Schreiben. Das Wetter sommerlich, aber erträglich. Genau wie die verbliebenen Touristen. Alles gechillt und familiär. Nur das Zirpen der Zikaden ist nirgendwo zu hören.
Der Wirt aus Agia Galinis „O Faros“ betreibt seine bescheidene Taverne seit 1976. Tagsüber fährt er mit dem Boot die Fische fangen, die er abends gegrillt verkauft. Von seiner Frau zubereitet, von seinem Sohn serviert. Sind die Gäste wunschlos, sitzt er da, trinkt mit seinem Schwiegersohn Espresso, spricht mit der Tochter, lacht die kleinen Enkel an. Letztlich scheint er alles richtig gemacht zu haben.

2. Tag

Am Spätvormittag haben wir im „Ilios“ gefrühstückt. Das Kafenion wird seit 14 Jahren von Susanne und ihrem Mann Manolis geführt. Vor 15 Jahren hat es Susanne aus Deutschland hierher gezogen. Des Klimas und der archaischeren Lebensweise wegen. Und weil es in Deutschland zu viele Regeln gäbe.
Während wir auf das Frühstück warten, streicheln wir den Hundenachwuchs und kommen mit einem Paar aus Frankfurt ins Gespräch. Dann taucht ein großer, dicker Mann auf, den wir bereits vor einer Taverne mit einer Lyra in den Händen gesehen hatten. Schwerfällig und betrunken redend nimmt er sich einen Stuhl und setzt sich zu Manolis.
„War gestern Vollmond?“, fragt Susanne beim Servieren. War es, wieso?
„Er ist Quartalssäufer, der nur bei Vollmond trinkt. Dann zerstört er seinen Laden und einiges mehr.“ Ansonsten, sagt Susanne, sei er ein ganz Lieber, ehrlich. Darauf jault eines der Welpen auf, weil der ganz liebe, aber restalkoholisierte Mann beim Gehen auf ihn raufgetreten ist.
Das Essen schmeckt sehr gut, alles einfach, aber köstlich und frisch zubereitet. Nur der griechische Kaffee kommt nicht an meinen türkischen von zu Hause ran. Der Joghurt wird mit Bio-Honig gesüßt, das Gemüse mit Fleur de Sel gewürzt. Unbearbeitetes Meersalz, das Manolis in Tüten abfüllt, wenn er nicht gerade angelt, sammelt, jagt, schlachtet oder kocht, und Susanne zu 5,- € verkauft. Oliven und eigenes Olivenöl vertreiben sie auch, steht in der Speisenkarte, eingelegte Artischocken, Pilze, wilde Zwiebeln, Wildkräuter, Bergtee, Raki, Wein und Thymian-Honig.
„Ihr müsst abends wiederkommen“, sagt Susanne, als wir aufbrechen. Wir versprechen es. Denn wir wollen unbedingt Manolis kretische und Susannes italienische Speisen probieren.
Da der Abend noch fern ist und das Wetter in zwei Tagen kühler werden soll, nutzen wir den Tag, um mit unserem Mietauto zu einem einsamen Strand zu fahren. „NO NUDISM“ steht dort mehrfach rot auf Felsblöcken. Dann ein gesprayter Farbstrich und der Hinweis: „YES YES NUDISM HERE OK!“
Weil ohnehin keiner weiter hier ist, amüsiert uns das Ganze um so mehr. Der Strandbereich ist sandfrei. Unsere Badetücher haben wir auf grauem Kies ausgebreitet und wegen des Windes mit Steinen beschwert. Wir lesen, genießen die Sonne und uns. Ab und an gehe ich tauchen. Wie in einem riesigen Aquarium beobachte ich finger- und handgroße Fische durch meine 6-Euro-Taucherbrille. Schwarze, blasse mit Streifen oder Tupfen, welche mit gelbem Rücken. Sie zupfen am Algenrasen großer Unterwasserfelsen und haben es nicht eilig, mir zu entkommen. Wie herrlich, denke ich und lasse das Unterwasserblau auf mich wirken. Ich höre den rollenden Kies der Brandung, ganz so, als würde das Meer atmen. Und wahrscheinlich tut es das auch.
Gegen fünf geht es über Kretas abenteuerliche Serpentinen zurück nach Agia Galini. Und gegen sieben frisch geduscht zum „Ilios“. Wir bestellen Weißwein und Fassbier, das in geeisten Gläsern gebracht wird, einen mediterranen Vorspeisenteller, fangfrischen Octopus auf Spaghetti und Rinderstifado (Schmorfleisch) mit Kartoffeln. Manolis behauptet allerdings, dass er für unser Essen einen der Welpen geschlachtet hätte, lacht und kommt immer wieder mit einer Raki-Flasche an, um nachzuschenken.
Den Abend beschließen wir erneut mit Kerzen- und Mondschein auf dem Balkon.

Dienstag, 9. August 2016

164 | Schweden-Road-Trip 2016


Anfang August war ich mit meinen drei Söhnen (21,12,12) in Schweden. Der Plan: campen, angeln, Lagerfeuer und weitestgehend planlos sein. So war der Ablauf:

1. August: Von Berlin aus fuhren wir zum Fähranleger nach Sassnitz (Rügen). Falls etwas dazwischenkommt, hatte ich extra nichts übers Internet gebucht. Ein Fehler, wie sich schnell herausstellte, denn in der Ferienzeit, hieß es, sind fast alle Fähren ausgebucht. Doch wir hatten Glück. Fünfzehn Minuten vor dem Ablegen gab es noch Restplätze für PKW an Bord. Einen davon für uns und ordentlich Aufschlag. Punkt 13.00 Uhr ging die vierstündige Überfahrt los. Mit Sonne, Wind und Möwengekreisch.
Die Wartezeit verkürzten wir uns unter anderem mit dem Euro-Füttern der schiffseigenen Spielautomaten.
In Trelleborg hoben wir Schwedische Kronen ab und stärkten uns bei McDonald´s, wo es wesentlich angenehmer war und besser schmeckte als in Deutschland. Dann fuhren wir mit Oldies von Radio Retro FM nordwärts und suchten nach einem idyllischen Platz für unser Zelt. Da man es in Schweden dank Jedermannsrechts für eine Nacht praktisch überall aufstellen kann, sollte das kein Problem sein, dachten wir. Aber das war es. Jeder Weg zu einem der Seen führte auf ein Privatgrundstück oder zu einem Campen-verboten-Schild. Erst mit der Dunkelheit fanden wir ein Fleckchen am Vombsjön-See, wo bereits zwei Wohnmobile standen. Also Zelt aufgebaut, Lagerfeuer gemacht und ankommen. Und über uns die mysteriös schöne Milchstraße.

2. August: Der Tag begann wie auch die folgenden mit türkischem Kaffee und Tee vom Gaskocher. Trinkwasser hatten wir im Kanister dabei. Dann Indianer-Frühstück mit Eiweißbrot, Salami und Ziegenkäse zur Musik aus der mitgebrachten Musik-Box. Dann Geschirr abwaschen und baden im Vombsjön, wo - wohl wegen des Angelverbots - ein glücklicher Hecht sprang. Anschließend machten wir auf erneuter Suche nach einem Lagerplatz eine regelrechte Ochsentour: 7,5 Stunden! Schließlich landeten wir auf dem wirklich guten Campingplatz von Älmhult am Möckeln-See. Dort geduscht, gegessen und gechillt.

3. August: Nach dem Frühstück kaufte ich für 10,- € eine Angelkarte. Bloß ohne Kanu, das wir wegen des mittlerweile schlechten Wetters nicht ausleihen wollten, sah es mit den Fischen nicht sehr vielversprechend aus. Ein winziger gefangener Barsch war auch schon alles. Am Spätnachmittag setzte Regen ein und hielt sich bis Mitternacht. Vorher kochte ich noch eine Soljanka und am Feuer wurden aufgespießte Würstchen gebraten. Beim Holzsammeln fanden wir jede Menge kleiner köstlicher Himbeeren im Wald.

4. August: Trotz des Regens, der uns bewog, eine weitere Nacht auf dem Zeltplatz zu bleiben, gab es morgens noch Glut in der Lagerfeuerasche. Die reichte, um die übrigen Würstchen für das Frühstück in einer Aluschale zu brutzeln. Über die nass gewordenen Campinghocker zogen wir Müllsäcke als Hussen. Nach dem Abwaschen wurde erneut geangelt. Diesmal schwarz und vom Badesteg aus. Die wieder freigelassene Ausbeute: eine kleine und zwei große Plötzen. Nachmittags schlenderten wir ins Centrum von Älmhult, kauften Kaviercreme und dickflüssigen Blaubeersaft, der nach leckerer Kaltschale schmeckte.
5. August: Weil das Regenwetter anhielt, so ein Urlaub jedoch nicht ewig währt, bauten wir nach dem Frühstück die nassen Zelte ab - unser Vier-Mann-Zelt und ein kleines Wurfzelt, das uns beim Zusammenfalten fast zur Verzweiflung trieb. In Ryd wurde eine neue Gaskartusche gekauft und in Tingsryd neuer Blaubeersaft. Anschließend gab es Pommes und Cola am Imbiss hinterm Supermarkt; dann ging es weiter Richtung Küste. Von Kalmar aus fuhren wir über die 6 km lange beeindruckende Ölandbrücke auf Schwedens zweitgrößte Insel. Am Strand hinter Bjärby fanden wir endlich unseren idealen Campingplatz: Für umgerechnet 5,- statt 25,- € bauten wir die Zelte neben einem kleinen Wohnwagenplatz unter Kiefern auf. 70 m weiter die 15 Grad kalte Ostsee, dazwischen, von einem Dünenstreifen geschützt, eine Feuerstelle. Da außer unseren nur drei andere Zelte standen, hatten wir die Feuerstelle fast für uns allein.
Und wir hatten endlich Sonne, wenn auch auf Öland die Temperatur kaum höher als 20 Grad betrug. So konnten unsere nassen Klamotten trocknen und wir am Strand, wo sich einige Tagesgäste tummelten, Fuß- und Volleyball spielen.

6. August: Gut und regenfrei geschlafen. Wie immer war ich als erster auf den Beinen und ging um 6.30 Uhr bei Sonnenschein barfuß zum Ostseesteg, um ein wenig zu blinkern. Außer hängengebliebenen Tang- und Quallenfetzen hatte ich erwartungsgemäß aber nichts gefangen. Also zurück zum Lager, das Frühstück vorbereitet und nebenan auf einer Waldkoppel zwei Schimmel mit Fohlen beobachtet.
Öland soll ja, laut Reiseführer, der sonnenreichste Ort Schwedens sein und deshalb immer auch die Königsfamilie anziehen. Was bietet die Insel noch? Jede Menge Windmühlen, rote Häuser und Runensteine - wie den von Bjärby.
Auf einem Spaziergang nach Lopperstad entdeckten wir ihn direkt neben der Straße.
In Runsten strichen drei Rentner einen Holzzaun (klassisch ochsenblutrot) und der Eingang zur Kirche wurde für eine Hochzeit mit Baumgrün geschmückt. Das einzige Café im Ort hatte zu, auf den umliegenden Grundstücken wurde samstäglich im Freien gefrühstückt. Ein freundliches Nicken hier, ein Winken da oder ein „Hejhej!“ über den Gartenzaun.
Mittags fuhren wir nach Borgholm, wo die schwedische Meisterschaft im Hufeisenwerfen vor der Kirche ausgetragen wurde. Was es nicht alles gibt! Dann der obligatorische Einkauf im Supermarkt, Fastfood in der Fußgängerzone und Stöbern in Ubbe´s LP-Laden zur Verdauung.
Zurück auf dem Zeltplatz kickten wir am Strand und brieten abends am Lagerfeuer Köttbullar. Als es dunkel und kühler wurde, gesellte sich eine englisch-schwedische Familie zu uns. Wir plauderten mit dem Vater über dies und das, bis er keine Gitarre, sondern eine Geige hervorholte und so herrlich spielte, dass wir und seine vier Kinder ganz andächtig wurden. Schon für dieses einmalige Erlebnis lohnte unser Schweden-Trip. Ursprünglich wollten wir zwar erst am Mittwoch zurück, aber da uns eine Woche ausreichte, beschlossen wir, schon am nächsten Tag unsere Zelte abzubauen.
7. August: Vier Stunden fuhren wir an der Küste entlang nach Trelleborg zurück. Vorher wurde per Handy die Frühfähre gebucht. Die letzte Nacht verbrachten wir bei Trelleborg auf einem Zeltplatz. Also noch einmal alles aufgebaut und frisch geduscht ins Zentrum gelaufen, um in einem überteuerten Restaurant den Urlaub ausklingen lassen. Abends saßen wir, bis es nieselte, in unsere Schlafsäcke gehüllt vor den Zelten und träumten bei Fanta und Bier von einem Ferienhäuschen in Norwegen.

8. August: Um 5.00 Uhr aufgestanden, gefrühstückt, gepackt und bei Stena Line eingecheckt. That´s it. Fazit: Trotz des Wetters und des nicht gefangenen Hechtes eine richtig gute Woche für uns vier. Wir sahen Milane, einen Fuchs, einen Hasen, Elchkot und etliche Hirschweibchen. Drei standen nur 10 m neben uns und hatten es mit dem Weglaufen nicht eilig. Sie waren so in sich ruhend wie die Schweden. Und wir? Wir waren angekommen und gleichzeitig unterwegs. Ganz im Sinne Kerouacs. Mehr braucht es manchmal auch nicht.