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Mittwoch, 9. Juli 2014


Da war ein Grünen und ein Blühen
In diesem Frühjahr
Und ein gefällter Baum im Park.

Da lag im Straßencafé des Sommers
Ein aufgeschlagenes Buch
Vor einem leeren Platz.

Und Spuren, überall Spuren,
Die noch zu deuten sind -
Von Ruhelosen, die den Himmel absuchen.

Montag, 30. September 2013

138 | Das Vegan-Projekt: Tag 30:


Letzter Challenge-Tag, aber völlig unspektakulär. Nach dem Training im Fitness-Studio gibt es Reste-Essen: Pilze und Chili. Deshalb auch kein neues Foto. Nachher fahren wir zum Fußballspiel meines Stiefsohnes, morgen werden Koffer gepackt und übermorgen geht´s in den Urlaub, wo ich auf ein ausgewogenes, leckeres Buffet hoffe, gern auch mit Fisch und Fleisch. Meine Sportklamotten, den Laptop und die neuen Bücher werde ich mitnehmen, sonst taugt so ein Urlaub für mich nicht viel.
Und welches Fazit fällt mir zu meinen 30 veganen Tagen ein? Dass es überhaupt nicht schlimm war. Höchstens etwas umständlich am Anfang, durch die Umstellung des gewohnten Einkauf- und Kochverhaltens. 
Dass ich möglichst nichts mehr nach 19.00 Uhr esse, werde ich beibehalten, genau wie die Hafermilch zum Frühstücksmüsli. Weiterhin werde ich möglichst auf Kohlenhydrate verzichten, gerade abends. So findet eben jeder, der sucht, seinen persönlichen Weg zum guten Körpergefühl. Aber ich würde nie jemanden missionieren wollen, die Challenge auszuprobieren. Das muss jeder selbst wissen. Aber ich halte es für sinnvoll, vegane Tage in die Wochen einzustreuen.
Und meine Freundin, was sagt sie? Nicht viel. Sie weiß, dass sich durch die Ernährungsumstellung einige Nebenwirkungen bei ihr gebessert haben und dass Leckereien wie Eis, auf die sie zuweilen Heißhunger bekam, am Ende doch nicht so außergewöhnlich gut schmeckten.
Also, ich hoffe, dass ihr mit dem September-Blog hier etwas anfangen konntet. Vielleicht bis irgendwann einmal wieder an dieser Stelle. Und nun lasst es euch schmecken!

Sonntag, 29. September 2013

137 | Das Vegan-Projekt: Tag 29:


Weil es nach all dem Regen am heutigen Sonntag endlich auch sonnig ist, fahre ich mit meiner Freundin mittags in den Wald. Sie möchte Rinde und Moos für ihre Herbst-Deko finden, ich Pilze. Wir suchen den Wald meiner Kindheit auf, der sich nördlich von Berlin befindet. Damals hatten wir dort nämlich einen Garten und ich unendlich viel Zeit, um mit dem Rad oder zu Fuß durch die Natur zu streifen, auf Bäume zu klettern, mit Pfeilen und Bogen zu üben und eben Pilze zu sammeln. Die geheimen Stellen von damals hatte ich mir wie Wege zu vergrabenen Schätzen über all die Jahre gut gemerkt.
Nachdem das Auto abgestellt ist, registriere ich schon nach den ersten Schritten im Wald, dass überall Pilze wie - ja - wie Pilze aus dem moosigen Boden geschossen sind.


Selbst Maronen (nicht die Esskastanien!), für die ich mich wie damals vor allem interessiere. Einen Steinpilz und zwei Birkenpilze finde ich auch. Es ist herrlich, zwischen Kiefern, Birken und selbst Kreuzspinnennetzen zu laufen, das Klopfen eines Spechtes zu hören und einen aufgeschreckten Laubfrosch zu beobachten. Um uns ist Ruhe, nur über uns zieht das stimmbrüchige Kreischen von Wildgänsen südwärts.


Nachdem der gut gefüllte Korb im Auto verstaut ist, geht es zu der Eisdiele, wo ich bis vor dreißig Jahren so manchen Kirschbecher verschlemmt hatte (Kirschkernweitspucken inklusive). Meine Freundin nimmt vier Kugeln in einer flachen, runden Waffel, die wir mit der DDR eigentlich für ausgestorben hielten. Ich, der Challenger, bestelle tapfer nichts.
Zu Hause heißt es nach zwei aufgewärmten Chili-Portionen Pilze putzen (waschen ist tabu!).



Dann werden für die Jungs Dinkelnudeln mit Tomatensoße gemacht und die geschnibbelten Pilze gebraten. Mit Schalotten, mageren Schinkenwürfeln, Pfeffer, Salz und Petersilie. Jawoll mit Schinken. Challenge hin oder her, aber das ist ein Muss für mich. Dafür bin ich sogar (vergeblich) zu zwei Tankstellen und schließlich zum geöffneten REWE am Ostbahnhof gefahren. Es gibt nämlich kaum einen Essensgeruch, den ich so sehr mit Kindheit verbinde und liebe wie den von mit Zwiebeln und Schinken angebratene würzigen Duft selbst gesuchter Waldpilze. Und sie schmecken, wie sie riechen! 

Das Problem ist nur, dass die Jungs keine mögen und meine Freundin sich mit einer kleinen Portion begnügt. Immerhin hat sie soviel Vertrauen zu meinen Pilzkenntnissen, dass sie nichts Giftiges im Korb vermutete. Bleibt also genug übrig, um morgen aufgewärmt zu werden, was nach guter Kühlung völlig unproblematisch ist.