Es riecht nach Pappellaub und Teer.
Die Rasseln der Grillen liegen im Graben,
Vom Blattgold schwer
Bedeckt. Hält sich der Herbst
Die ersten Raben, treibt Glücksklee
auf falschgeldgrünen Wiesen
noch letzte Blüten.
In Waben des Nachmittags
Verträumt neue Einsamkeit
Entschlafene Sommermythen.
Die Landschaft: lässt sich seltsam lesen
Wie ein Gedicht, das sacht zerfällt.
Die Zeit: schlägt taktlos ihre Hiebe
An Lattenzäune. Gegen das Verwesen
bellt von winterfesten Höfen der Kettenhund.
Und: Im Haus der Liebe, hinter traurig warmen Öfen,
Hecken Ratten die alten Ängste aus
Wenn - Scheit um Scheit - verbrennt,
Was langsam wuchs, das, was wir hatten,
Und keiner mehr beim Namen nennt.
Kennt uns die müde Alte dort,
Die barfuß und mit schwarzem Blick der Sonne folgt
Wie einem Ort, an dem es keine Schatten gibt?
Fand sie kein Auge, um darin zu überwintern,
Bis eine Träne taut? Sie geht mit dem Jahr,
Mit den Jahren. Die Landschaft kippt ihr hinterher.
Und wir: Wir scharen uns um das, was bleibt,
erwarten, dass der Frühling graut, der Winter siecht.
Wir sehn uns spiegelbildlich schweigend an
und atmen tief: Es riecht nach Pappellaub und Teer.
Sonntag, 14. Oktober 2001
Sonntag, 2. September 2001
Mon Bijou im August
Für Karen
Ein Stadtparkkaninchen des Nachts in Berlin
Umschlich dich im Grasland als hungernde Ratte,
Bevor es von deinen noch zitternden Knien
Das erdfrische Grün lautlos weggeleckt hatte.
Der Duft warmen Schweißes schien es nicht zu stören,
Denn Teil seines fruchtbaren Traums waren wir.
Nur als ich dir sagte, man könnte uns hören,
Verjagte ein fallender Apfel das Tier.
Im Busch hinter uns hat ein Kind leis gelacht.
Du wolltest es kriegen und dachtest befangen
An etwas Erwecktes, das nicht mehr erwacht.
Und in deinem Bauch, plötzlich schwärzer umfangen,
Trat neuer Phantomschmerz hell gegen die Nacht.
Dann sind wir zurück, in den Morgen gegangen.
Ein Stadtparkkaninchen des Nachts in Berlin
Umschlich dich im Grasland als hungernde Ratte,
Bevor es von deinen noch zitternden Knien
Das erdfrische Grün lautlos weggeleckt hatte.
Der Duft warmen Schweißes schien es nicht zu stören,
Denn Teil seines fruchtbaren Traums waren wir.
Nur als ich dir sagte, man könnte uns hören,
Verjagte ein fallender Apfel das Tier.
Im Busch hinter uns hat ein Kind leis gelacht.
Du wolltest es kriegen und dachtest befangen
An etwas Erwecktes, das nicht mehr erwacht.
Und in deinem Bauch, plötzlich schwärzer umfangen,
Trat neuer Phantomschmerz hell gegen die Nacht.
Dann sind wir zurück, in den Morgen gegangen.
Samstag, 8. Juli 2000
An einen Gleichaltrigen
Ruhst du wirklich so in dir,
Dass dir gar nichts mehr passiert?
Was blieb von der Lebensgier?
Ist dein Herz schon konserviert?
Da, wo deine Lust aufschäumt,
Lässt du Seifenblasen platzen,
Was du dir des Nachts erträumst,
Holen sich bei Tag die Spatzen.
Du gehst Rasen auszusäen,
Dich vor Wildwuchs zu behüten.
Wie ein Schaf hör´ ich dich mähen,
Treibt der Glücksklee erste Blüten.
Rost beißt sich die braunen Zähne
An der Seelenrüstung aus,
Die dich stützt wie eine Lehne.
Niemals kommst du aus dir raus.
Sonntags kaust du sauren Kuchen,
Weil ihn deine Frau dir bäckt.
Neues willst du nicht versuchen,
Du behauptest, dass es schmeckt.
Ruhst du wirklich so in dir,
Dass dir gar nichts mehr passiert?
Was blieb von der Lebensgier?
Ist dein Herz schon konserviert?
Ich jongliere Bienennester,
Und bestech´ mich nie mit Lügen.
Denn für mich fließt stets noch bester
Honig aus zerbrochnen Krügen.
Dass dir gar nichts mehr passiert?
Was blieb von der Lebensgier?
Ist dein Herz schon konserviert?
Da, wo deine Lust aufschäumt,
Lässt du Seifenblasen platzen,
Was du dir des Nachts erträumst,
Holen sich bei Tag die Spatzen.
Du gehst Rasen auszusäen,
Dich vor Wildwuchs zu behüten.
Wie ein Schaf hör´ ich dich mähen,
Treibt der Glücksklee erste Blüten.
Rost beißt sich die braunen Zähne
An der Seelenrüstung aus,
Die dich stützt wie eine Lehne.
Niemals kommst du aus dir raus.
Sonntags kaust du sauren Kuchen,
Weil ihn deine Frau dir bäckt.
Neues willst du nicht versuchen,
Du behauptest, dass es schmeckt.
Ruhst du wirklich so in dir,
Dass dir gar nichts mehr passiert?
Was blieb von der Lebensgier?
Ist dein Herz schon konserviert?
Ich jongliere Bienennester,
Und bestech´ mich nie mit Lügen.
Denn für mich fließt stets noch bester
Honig aus zerbrochnen Krügen.
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