Der Stein wiegt auf der Lebenswaage
die Flüchtigkeit der Seele auf
oder Ammonshörner jagen uns
ins Bockshorn: verkalkte Existenzen,
ergriffen von dunklen Sedimenten –
ein Gleichnis für das, was endet.
Aber es dreht sich doch:
Die Erde flieht auf ihrer geheimen Bahn
das Endgültige.
Gerade wenn sie Epochen zermalmt
zu kosmischem Staub,
wird ihr fruchtbares Magma
niemals verhärten.
Die Sonne schlägt Funken
aus buntem Granit,
der Mond ist in die Koralle verliebt
und das Meer umwirbt weiche Kiesel am Strand
im Rhythmus pulsierender Gezeiten.
Seit Millionen von Jahren
tanzt eine schwarze Fliege
in einem honigsüßen Bernsteintraum,
eingeschlossen im Reigen des Daseins.
Donnerstag, 18. April 1996
Montag, 12. Februar 1996
Seelenlandschaft
Die Kunst liegt brach in meinem Hirn
Wie abgedroschne Garben;
Nur alte Ähren spreizen sich
In überdünkten Farben.
Die Wälder raunen esoterisch
Und färben ihre Blätter schwarz
Und schreiben darauf ernste Verse
Mit klebrig süßem Harz.
Der tiefste Sinnmorast liegt trocken,
Die Worte gären wie Silagen
Und stinken nebulös zum Himmel;
Im Sumpfland röhren die Dränagen.
Prosaisch steht die große Scheune –
Geleert bis unters Dach.
Der Bauer schläft seit Erntedank,
Kein Hahn kräht ihn mehr wach.
Wie abgedroschne Garben;
Nur alte Ähren spreizen sich
In überdünkten Farben.
Die Wälder raunen esoterisch
Und färben ihre Blätter schwarz
Und schreiben darauf ernste Verse
Mit klebrig süßem Harz.
Der tiefste Sinnmorast liegt trocken,
Die Worte gären wie Silagen
Und stinken nebulös zum Himmel;
Im Sumpfland röhren die Dränagen.
Prosaisch steht die große Scheune –
Geleert bis unters Dach.
Der Bauer schläft seit Erntedank,
Kein Hahn kräht ihn mehr wach.
Freitag, 23. Juli 1993
Narrenschellen
Das Läuten meiner Narrenschellen
Verstehst du und erträgst es nicht
Wenn andre sich zu uns gesellen
Hältst du mir Masken vors Gesicht
Verstehst du und erträgst es nicht
Wenn andre sich zu uns gesellen
Hältst du mir Masken vors Gesicht
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